Inmitten der azurblauen Wellen der Nordküste Zyperns ist die Stadt Kyrenia eine Schatzkammer der Geschichte. Ihren alten Hafen bewacht eine große Burg, und auf dem Bergkamm hinter der Stadt stehen zwei weitere, St. Hilarion und Buffavento. Könnten Steine sprechen, würden diese von byzantinischen Wächtern, Kreuzfahrerkönigen, venezianischen Kanonieren und einem osmanischen Admiral erzählen. Kyrenia und die beiden Bergburgen liegen im türkisch besetzten Norden, für einen Besuch passieren Sie also einen der offiziellen Übergänge mit Reisepass oder Personalausweis.

Am besten beginnen Sie bei der Burg von Kyrenia am Ostende des alten Hafens. Forschungen vor Ort deuten darauf hin, dass die Byzantiner hier im 7. Jahrhundert die erste Burg errichteten, um die Stadt vor arabischen Überfällen von See aus zu schützen. Erstmals erwähnt wird sie 1191, als Richard Löwenherz sie Isaak Komnenos abnahm. Johann von Ibelin erweiterte sie zwischen 1208 und 1211, und ab 1540 bauten die Venezianer sie für das Zeitalter des Schießpulvers um, mit dicken Mauern, Geschützscharten und langen Rampen, über die Kanonen auf die Wälle gezogen wurden. So erhielt die Burg die Gestalt, die Sie heute sehen. Innerhalb der Mauern liegen die kleine byzantinische Georgskirche, deren Kuppel auf Marmorsäulen mit wiederverwendeten spätrömischen Kapitellen ruht, das Grab des osmanischen Admirals Sadik Pascha, der Kyrenia 1570 einnahm, und die Verliese. Unter britischer Herrschaft diente die Burg als Polizeikaserne und als Gefängnis für Mitglieder der EOKA.

In der Burg befindet sich außerdem das Schiffswrackmuseum mit seinem Glanzstück, einem griechischen Handelsschiff aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Der Taucher Andreas Cariolou aus Kyrenia entdeckte es im November 1965 in 33 Metern Tiefe, etwa eine Seemeile nordöstlich des Hafens, und ein Team der University of Pennsylvania unter der Leitung von Michael Katzev grub es Ende der 1960er-Jahre aus. Das Schiff sank um 294 v. Chr. oder etwas später, schon alt und vielfach repariert, mit einer Ladung aus 381 Amphoren mit Wein und Öl, mehr als 9.000 Mandeln und 29 Mühlsteinen. Mehr als die Hälfte seiner Rumpfhölzer ist erhalten, und der Rumpf ruht heute zusammen mit seiner Ladung in einer speziell kontrollierten Umgebung im Museum.

Etwa 5 km Luftlinie südwestlich des Hafens, auf einem Felsen über der alten Passstraße nach Nikosia, steht St. Hilarion, die am besten erhaltene der drei Burgen des Kyrenia-Gebirges (die beiden anderen sind Buffavento und Kantara). Sie trägt den Namen eines wenig bekannten heiligen Einsiedlers, der der Überlieferung zufolge nach der arabischen Eroberung des Heiligen Landes nach Zypern floh. Die Byzantiner begannen im 11. Jahrhundert, den Gipfel zu befestigen, die Lusignans bauten die Befestigungen aus, und ihre Könige nutzten die Burg möglicherweise als Sommerresidenz; außerdem stand sie im Mittelpunkt eines vierjährigen Kampfes zwischen Kaiser Friedrich II. und Johann von Ibelin. Die Burg zieht sich in drei Abschnitten den Felsen hinauf: Im unteren lagen die Ställe und die Quartiere der Waffenknechte, im oberen die königlichen Gemächer mit dem gemeißelten Fenster der Königin, das auf die Nordküste blickt. Vor Ort erzählt man sich, St. Hilarion habe die Burg in Disneys Schneewittchen inspiriert.

Die Burg Buffavento liegt etwa 10 km Luftlinie südöstlich von Kyrenia, auf rund 960 Metern Höhe auf einem Felsen über dem Pass von Kythrea zur Nordküste. Ihr italienischer Name wird meist mit „die den Winden trotzt“ übersetzt. Wann sie erbaut wurde, weiß niemand genau; am wahrscheinlichsten ist die byzantinische Zeit, vielleicht das späte 11. Jahrhundert. Sie diente vor allem als Wachturm, der Signale zwischen St. Hilarion und Kantara weitergab, und als Gefängnis: Ihre Verteidiger ergaben sich 1191 Richard Löwenherz, und die Lusignans sperrten dort Gefangene ein. Die Venezianer hielten sie für überflüssig und ließen sie verfallen. Rund 600 Stufen führen hinauf, und zur Belohnung reicht der Blick auf der einen Seite über die Nordküste und auf der anderen über die zentrale Ebene.

Wer alle drei Burgen sehen will, ist einen ganzen Tag unterwegs. Tragen Sie für St. Hilarion und Buffavento festes Schuhwerk, denn bei beiden geht es steil über unebene Stufen und Felsen hinauf, und prüfen Sie vor dem Aufbruch die aktuellen Öffnungszeiten.

Für alle, die eine tiefere Beziehung zu Zypern in Erwägung ziehen, die über einen flüchtigen Besuch hinausgeht, kann der Reiz dieser historischen Stätten ein überzeugendes Argument sein. Wer in der Nähe so reicher Geschichte lebt, entdeckt immer wieder neue Geschichten und lernt das kulturelle Geflecht dieser einzigartigen Insel schätzen. Wenn Sie darüber nachdenken, Zypern zu Ihrem Zuhause zu machen, stehen Ihnen Informationen und Dienstleistungen zur Verfügung, die Sie auf diesem Weg unterstützen.

Die wehrhafte Vergangenheit Kyrenias zu erkunden ist eine Reise durch die Zeit, die Einblicke in die strategische Bedeutung der Insel und ihre reiche kulturelle Entwicklung eröffnet. Ob Sie Geschichtsfan sind oder einfach ein einzigartiges Reiseerlebnis suchen, die Burgen von Kyrenia bieten ein unvergessliches Abenteuer. Wer sich inspiriert fühlt, Zypern zu einem dauerhafteren Teil seines Lebens zu machen, sollte überlegen, Umzugshilfe in Anspruch zu nehmen, damit der Übergang mühelos gelingt. Cyprus Decoded begleitet Sie dabei und sorgt dafür, dass der Charme und die Geschichte dieses Juwels im Mittelmeer nur einen Schritt entfernt sind.