Im Herzen des östlichen Mittelmeers liegt Zypern, eine Insel, auf der Geschichte und Natur ineinandergreifen und die Besuchern eine einzigartige Mischung aus Kultur und Tierwelt bietet. Für Vogelbeobachter ist Zypern ein wahres Paradies. Dank seiner strategischen Lage auf der Zugroute zwischen Europa, Asien und Afrika beherbergt es eine Fülle von Vogelarten, teils heimisch, teils nur auf der Durchreise. Die vielfältigen Küstenlebensräume der Insel bieten ideale Plätze für die Vogelbeobachtung, an denen der sonnige Himmel und das sanfte Plätschern der Wellen eine friedliche Kulisse für das gefiederte Schauspiel bilden.

Die Halbinsel Akrotiri ist für jeden Vogelbeobachter ein Muss. Ihr Salzsee, das größte Binnengewässer Zyperns, beherbergt etwa von November bis März Tausende überwinternde Flamingos, und daneben lassen sich Stelzenläufer, Säbelschnäbler und verschiedene Entenarten beobachten. Das Akrotiri Environmental Education Centre im Dorf Akrotiri überblickt den See und stellt in seinem Beobachtungsbereich Teleskope und Ferngläser bereit. Im Spätsommer lohnt der Blick nach oben zu den Meeresklippen: Eleonorenfalken brüten bei Akrotiri und Episkopi, zwei der drei Kolonien der Insel (die dritte liegt am Kap Aspro), und zwar im August und September.

Weiter entlang der Küste zieht der Salzsee von Larnaka Vogelbeobachter aus ähnlichen Gründen an. Er gehört zu den wichtigsten Feuchtgebieten Zyperns und ist als Ramsar-Gebiet ausgewiesen, was seine internationale Bedeutung für die Artenvielfalt unterstreicht. Hier erleben Vogelfreunde das Schauspiel ziehender Watvögel und Wasservögel. In den Wintermonaten beherbergt der See zwischen 2.000 und 12.000 Flamingos, und an seinen Ufern gehen Reiher und Seidenreiher auf Nahrungssuche. Unser Ratgeber zu den Küstenfeuchtgebieten Zyperns stellt auch den Oroklini- und den Paralimni-See vor.

Für einen ruhigeren Morgen ist die Landspitze von Paphos rund um den Leuchtturm und den Archäologischen Park ein klassischer Rastplatz für Zugvögel. Im Frühjahr und Herbst können sich in ihrem Gebüsch und kurzen Rasen Grasmücken, Steinschmätzer, Pieper, Lerchen, Würger und Fliegenschnäpper aufhalten, und ein Holzsteg führt am Ufer entlang. Die letzte Führung von BirdLife Cyprus dort fand am Samstag, 10. Oktober 2026, statt. Die nächste Exkursion im Bezirk Paphos findet am Samstag, 14. November 2026, um 09:00 Uhr in Mandria, an der Asprokremmos-Talsperre und in Ayia Varvara statt; Treffpunkt ist Lark Corner am Küstenweg gegenüber den Felsinseln. Prüfen Sie vor dem Besuch die Veranstaltungsseite von BirdLife Cyprus: Der dortige Hinweis zur Maul- und Klauenseuche warnt, dass Orte in der Nähe von Nutztieren, darunter Ayia Varvara, vorübergehend geschlossen sein können.

Auf der Ostseite der Insel ist das Kap Greco für Vögel ebenso lohnend wie für die Aussicht. BirdLife International führt die Landspitze als Important Bird Area, weil sie ein Engpass des Vogelzugs ist: Rotfußfalken, Steppenweihen, Wespenbussarde und Turmfalken ziehen gebündelt über sie hinweg, und in ihrem Buschland brüten Zypernsteinschmätzer und Schuppengrasmücken, zwei Arten, die nirgendwo sonst nisten, sowie Halsbandfrankoline. Am einfachsten erschließen Sie sich das Gebiet über die markierten Wege des nationalen Waldparks, etwa den Aphrodite-Pfad.

Die Karpas-Halbinsel, der lange Finger an der Nordostspitze der Insel, liegt im türkisch besetzten Norden, für einen Besuch passieren Sie also einen der offiziellen Übergänge mit Reisepass oder Personalausweis. BirdLife Cyprus rechnet sie, wie die Akamas-Halbinsel am anderen Ende der Insel, zu den Engpässen des Vogelzugs, an denen die Vögel nach der Überquerung des Meeres rasten und Kraft tanken. Vor Kap Apostolos Andreas beherbergen die Kleides-Inseln neben Mittelmeermöwen und Krähenscharben die weltweit östlichste Brutkolonie der Korallenmöwe, eine kleine und schrumpfende Kolonie. BirdLife Cyprus und die türkisch-zyprische Vogelschutzgesellschaft KUŞKOR zählen die Kolonie seit 2007 jeden Mai vom Boot aus, und zu ihrem Schutz ist das Anlanden auf den Inseln inzwischen verboten.

Mehrere dieser Orte stehen unter Schutz. Der Salzsee von Larnaka ist seit 2001 ein Ramsar-Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung, der Salzsee von Akrotiri seit 2003, und das Kap Greco ist ein nationaler Waldpark, doch BirdLife International weist darauf hin, dass die Zugvögel dort weiterhin durch illegalen Vogelfang bedroht sind.

Ob Sie eine gezielte Vogelbeobachtungsreise planen oder einfach die Naturschönheiten Zyperns erkunden möchten: Die Vogelbeobachtungsplätze an der Küste der Insel versprechen ein unvergessliches Erlebnis. Mit seiner Mischung aus Zug- und Standvögeln, atemberaubenden Landschaften und seinem Engagement für den Naturschutz lädt Zypern Sie ein, seine gefiederten Schätze zu entdecken. Wenn Sie über eine dauerhaftere Verbindung zur Insel nachdenken, kann Sie unser Team von Cyprus Decoded mit Umzugshilfe dabei unterstützen, Zypern zu Ihrem Zuhause zu machen, damit Sie seine Naturwunder das ganze Jahr über genießen können.